Cycle d’orientation de Goubing stärkt Beziehungen und Schulklima
26.05.2026

 
Der Cycle d’orientation de Goubing in Sierre ist seit 2025 Teil des Schulnetz21. Die Sekundarschule mit rund 250 Schülerinnen und Schülern setzt sich für ein respektvolles, kooperatives und gesundheitsförderndes Schulklima ein. Schulleiter Grégoire Clavien erklärt im Interview, wie gute Beziehungen, Peer-Mediation und gemeinsame Aktivitäten das Wohlbefinden stärken und die Schülerinnen und Schüler aktiv ins Schulleben einbinden.

Was zeichnet Ihre Schule aus?

Der Cycle d’orientation de Goubing in Sierre (Sekundarstufe I), zählt rund 250 Schülerinnen und Schüler und 30 Lehrpersonen. Unsere Schule legt grossen Wert auf ein positives Schulklima, das von Respekt, Zusammenarbeit und Verantwortungsbewusstsein geprägt ist.

Gute, zwischenmenschlicher Beziehungen betrachten wir als zentralen Hebel für Wohlbefinden und Lernen. Deshalb führen wir konkrete Aktivitäten und Projekte durch, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv ins Schulleben einbringen können.

Was hat Sie dazu bewogen, dem Schulnetz21 beizutreten?

Mit dem Beitritt zum Schulnetz21 möchten wir unsere Aktivitäten im Bereich nachhaltige Entwicklung gezielter ausrichten und weiterentwickeln. Besonders wichtig ist uns dabei die soziale Dimension.

Da es an unserer Schule immer wieder zu unterschiedlichen Konflikten kommt, wollten wir einen ganzheitlicheren Rahmen schaffen, um mit Differenzen umzugehen. Das Netzwerk bietet dafür hilfreiche Ressourcen und ermöglicht den Austausch mit anderen Schulen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Welche Aktivitäten und Projekte entwickeln Sie an Ihrer Schule im Bereich Gesundheitsförderung?

Unsere Schule verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Gesundheitsförderung, Prävention, Wohlbefinden und die Qualität von Beziehungen miteinander verbindet.

Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Peer-Mediationsangebot. Die Schülerinnen und Schüler werden darin ausgebildet, bei Konflikten zu vermitteln. Dadurch lernen sie, Auseinandersetzungen konstruktiv anzugehen, stärken ihre sozialen Kompetenzen und übernehmen Verantwortung. So trägt das Angebot zu einem ruhigeren und positiveren Schulklima bei.

Ergänzend dazu beteiligen wir uns an einem regionalen Projekt zur Prävention von Mobbing. Es ermöglicht in Zusammenarbeit mit verschiedenen schulnahen Partnern – etwa der Schulpflegefachperson, ausserschulischen Betreuungsstrukturen, dem öffentlichen Verkehr usw. – eine ergänzende Begleitung ausserhalb des schulischen Rahmens.

Wir bieten zahlreiche Präventionsworkshops an, die auf die verschiedenen Schulstufen abgestimmt sind. Dabei werden wir von unterschiedlichen Organisationen und Vereinen unterstützt, die mit unserer Schule verbunden sind – darunter die Association Sierroise de Loisirs Education et Culture (ASLEC), die Gesundheitsförderung Wallis, Declick (eine Walliser Organisation für digitale Prävention) und SIPE (Fachstelle rund um sexuelle Gesundheit, Sexualpädagogik, Beziehung, Liebe und Sexualität).

Es ist uns ausserdem wichtig, durch gemeinsame Aktivitäten und Projekte den Zusammenhalt zu stärken. Einige Beispiele dafür sind:

  • Les JO Ecossia: ein klassenübergreifender Tag mit gemischten Teams von Schülerinnen und Schülern des 9., 10. und 11. Cycle d’orientation rund um sportliche und fächerübergreifende Aktivitäten, die die Zusammenarbeit und die Begegnung zwischen Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Stufen fördern.
  • Zahlreiche sportliche Aktivitäten: Turniere wie Unihockey oder Eishockey «Winter Classic», Wintersporttage, Crossläufe sowie verschiedene Sportausflüge und Sporttage, zum Beispiel Klettern, Mountainbike, Yoga, Parkour, Padel usw.
  • Die Tage der Naturwissenschaften: ausserschulische Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Cycle d’orientation mit wissenschaftlichen und umweltbezogenen Workshops, darunter Museumsbesuche, Laborbesuche und Feldaktivitäten.
  • Niederschwellige Aktivitäten wie z.B. eine bildschirmfreie Woche.

Welche Angebote von Schulnetz21 sind für Sie im Bereich Unterrichts- und Schulentwicklung besonders nützlich?

Das Schulnetz21 stellt uns mehrere wichtige Ressourcen zur Verfügung, insbesondere eine strukturierte Begleitung bei der Projektsteuerung, Instrumente zur Evaluierung sowie Praxisbeispiele.

Wie arbeiten Lehrpersonen und Schulleitung bei der Umsetzung von BNE an Ihrer Schule zusammen?

Die Zusammenarbeit basiert auf einem regelmässigen Austausch. Die Schulleitung koordiniert, gibt den Rahmen vor und begleitet den Prozess. Die Lehrpersonen bringen sich aktiv ein und setzen die Massnahmen im Schulalltag um. Regelmässige Austauschräume helfen dabei, die Umsetzung anzupassen, Rollen zu klären und eine gemeinsame Vision vor Augen zu behalten.

Das Projekt der Peer-Mediation veranschaulicht diese Dynamik besonders gut: Es bezieht die Schulleitung, den Schulmediator, die Lehrpersonen, die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie die Schülerinnen und Schüler selbst mit ein. So bleiben die Massnahmen gut abgestimmt und können langfristig verankert werden.

Wenn Sie an Ihre Schülerinnen und Schüler denken: Welche Kompetenzen sollen sie in der Schule entwickeln, um verantwortungsvoll mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können?

Wir möchten vor allem, dass unsere Schülerinnen und Schüler solide soziale Kompetenzen entwickeln. Etwa: konstruktive Kommunikation, Empathie und Zuhören sowie Kooperation und Verantwortungsbewusstsein.

Über den Cycle d’orientation de Goubing

Der Cycle d’orientation de Goubing in Sierre ist eine Schule der Sekundarstufe I. Sie zählt rund 250 Schülerinnen und Schüler, die von etwa 30 Lehrpersonen begleitet werden. Die Schule zeichnet sich durch den ausgeprägten Willen aus, ein ruhiges Schulklima zu fördern, das auf Respekt, Zusammenarbeit und der Verantwortungsübernahme der Schülerinnen und Schüler beruht.

Grégoire Clavien
Grégoire Clavien, Schulleiter CO de Goubing
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